5 Dinge, die du Stoffwindeln niemals antun solltest
Stoffwindeln können viele Jahre lang verwendet werden, brauchen aber eine andere Pflege als Handtücher oder normale Unterwäsche. Besonders empfindlich sind die PUL-Laminierung, Gummibänder, Druckknöpfe und feuchtigkeitsleitende Stoffe. Diese fünf Fehler verkürzen ihre Lebensdauer besonders häufig oder führen zu Undichtigkeiten.
1. Auskochen oder bei zu hoher Temperatur waschen
Taschenwindeln und Überhosen besitzen eine dünne laminierte Schicht. Kochendes Wasser und 90-°C-Programme können die Ablösung der Laminierung beschleunigen, Kunststoffdruckknöpfe verformen und Gummibänder schwächen. Koche Windeln nicht im Topf aus und übergieße sie nicht mit kochendem Wasser. Wähle die auf dem Pflegeetikett angegebene Temperatur. Bei vielen Windeln und Einlagen liegt sie zwischen 40 und 60 °C, einzelne Produkte können jedoch andere Anforderungen haben.

2. PUL, Gummibänder oder Druckknöpfe bügeln
Die Bügelsohle erreicht eine deutlich höhere Temperatur, als laminierter Stoff sicher verträgt. Sie kann PUL schmelzen oder dauerhaft ablösen, Gummibänder beschädigen und Druckknöpfe verformen. Versuche auch nicht, eine delaminierte Windel mit dem Bügeleisen zu reparieren: Das Ergebnis ist unvorhersehbar und kann den Schaden vergrößern.
Mullwindeln und Prefolds müssen ebenfalls nicht gebügelt werden. Richtiges Waschen sorgt für Hygiene, während Bügeln Energie verbraucht und die Fasern vorübergehend flachdrückt. Erlaubt der Hersteller bei einem textilen Zubehör das Bügeln, beachte das Pflegeetikett — Teile mit PUL dürfen jedoch niemals gebügelt werden.
3. Mit Seife, Seifenflocken oder Waschnüssen waschen
Seife bildet besonders in hartem Wasser leicht Ablagerungen. Sie kann Mikrofleece, Coolmax, Mikrofaser und die Fasern der Einlagen umhüllen. Feuchtigkeit dringt dann schlechter ein, die Saugfähigkeit nimmt ab und die Windeln beginnen auszulaufen. Waschnüsse sind häufig zu mild, um Verschmutzungen aus Windeln zuverlässig zu entfernen.
Verwende ein gewöhnliches, für Kindertextilien geeignetes Waschmittel und dosiere es entsprechend der Wasserhärte, der Beladung und dem Verschmutzungsgrad. Es muss gründlich reinigen; ebenso wichtig ist korrektes Spülen. Gallseife kann bei manchen Naturfasern gelegentlich punktuell verwendet werden, sofern der Hersteller dies erlaubt. Vor dem Waschen sollte sie gründlich ausgespült werden.

4. Weichspüler oder Duftzusätze verwenden
Weichspüler wirkt gerade deshalb, weil er einen dünnen Film auf den Fasern hinterlässt. Bei einer Windel verringert dieser Belag die Saugfähigkeit und den Feuchtigkeitstransport. Gib daher weder beim Waschen noch beim Spülen Weichspüler hinzu.
Träufle auch keine ätherischen Öle direkt in die Waschmaschine, das Waschmittelfach oder den Trockner. Sie können reizende Duftstoffe und fettige Rückstände hinterlassen, Teile des Geräts beschädigen, und manche Öle sind entzündlich. Richtig gewaschene Windeln müssen nicht stark duften — ein neutraler Geruch ist ein gutes Zeichen.

5. Hinweise zu Barrierecremes ignorieren
Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kinderhaut sind wichtiger als der Schutz der Windel. Empfiehlt eine Ärztin, Hebamme oder Apothekerin eine Barrierecreme, verwende sie nach Anleitung. Sehr fetthaltige Produkte können sich jedoch auf Mikrofleece und anderen synthetischen Stoffen ablagern.
Um den direkten Kontakt mit der Windel zu begrenzen, verwende ein Einweg-Schutzvlies oder ein separates waschbares Vlies. Ersetze eine Behandlung nicht durch Kartoffelstärke, Talkum, ätherisches Öl oder ein anderes selbst gemachtes Pulver. Wird der Ausschlag schlimmer, bessert er sich nach zwei bis drei Tagen nicht, entstehen Bläschen oder nässende Stellen, tritt Fieber auf oder wirkt die Haut sehr schmerzhaft, wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.

Bonus: niemals Mikrowelle oder Geschirrspüler
Im Internet findet man gelegentlich den Vorschlag, Windeln in die Mikrowelle oder den Geschirrspüler zu legen. Tu das nicht. Dabei können Laminierung und Druckknöpfe schmelzen, es besteht Brandgefahr, das Gerät kann beschädigt werden und die Windeln können mit Reinigungsmitteln verunreinigt werden, die nicht für Textilien bestimmt sind.
Die sicherste Regel ist einfach: Beachte das Pflegeetikett des Herstellers, verwende ein wirksames Waschmittel, überhitze PUL nicht und füge keine Stoffe hinzu, die auf den Fasern verbleiben sollen. So behalten die Windeln ihre Saugfähigkeit und ihren Nässeschutz länger.

